Story Time #1

Viele Kinderbücher in Kiste aufgestellt
Bild von MichaelGaida auf Pixabay

Ich habe mir vorgenommen in allen drei Kategorien immer wieder kleine Geschichten mit euch zu teilen, weil das Leben ja nun voll davon ist und es manchmal einfach nett, erfrischend und inspirierend ist, eine kleine Geschichte zu lesen. Hier kommt die erste in dieser Kategorie:

Mein Sohn ist jetzt 10 1/2 Monate alt und lernt im Moment gefühlt jeden Tag etwas neues. Er hangelt sich mittlerweile die ganze Küchenzeile entlang, auch wenn das bedeutet, dass er sich um Mama oder Papa herumhangeln muss. Er macht täglich neue Laute, er weiß, dass wenn er mit ins Bad darf, sein Platz an der Badewanne ist, weil wir nicht wollen, dass er sich an der Klobrille oder dem Badmülleimer herumtreibt, und tatsächlich krabbelt er schnurstracks zur Badewanne, zieht sich hoch und verweilt dort, bis wir aus dem Badezimmer herausgehen. Er kann Schranktüren aufmachen und Schubladen aufziehen. Vor ein paar Tagen hat er mal wieder mit den Verschlussklemmen gespielt und fing plötzlich an, sie aufzuheben und einzeln wieder auf den Boden zu werfen. Wie gesagt, er lernt viel.

Heute hatte ich einen Moment der Erschöpfung gepaart mit dem Mittagstief nach dem Essen und dem Schlafmangel der vergangenen Nächte. Ich versacke so halb in unserem gemütlichen Wohnzimmersessel und will mich gerade aufraffen, um noch ein wenig mit dem Sohnemann zu spielen, bevor das Mittagsschläfchen ansteht. Und dann sehe ich ihn an seinem Bücherregal stehen, wie er ein Buch nach dem anderen herauszieht und auf den Boden platschen lässt, bis er sein Lieblingsbuch gefunden hat. Auch das zieht er heraus, lässt sich damit auf den Windelpopo plumpsen und versucht ganz eifrig es aufzuschlagen. Erst am Buchrücken, was natürlich nicht funktioniert. Ganz konzentriert beobachtet und inspiziert er die Form und Farben des Buches. Dann dreht er es, schlägt es auf und öffnet eins der kleinen Fensterchen, die Kinderbücher auf ihren dicken Pappseiten so häufig haben. Er klappt es wieder zu, krabbelt in den Flur, dreht wieder um. Zurück zum Buch, schlägt es wieder auf…dann sieht er mich im Sessel sitzen, krabbelt eilig zu mir mit einem riesen Grinsen im Gesicht, zieht sich am Sessel hoch und schnappt sich meinen Arm, als würde er sagen wollen: Komm mit Mama, ich will dir mein Buch zeigen.

Wie ich ihn dann so sitzen sah, ganz in seinem Element, kamen mir fast die Tränen. Wie viel er in den paar Monaten auf dieser Welt schon gelernt hat! Obwohl er noch so ein kleines Menschlein ist, bin ich jetzt schon unbeschreiblich Stolz auf ihn. Und ich dachte mir, dass ER die Erschöpfung, die schlaflosen Nächte und das konstante Baby-Chaos in der Wohnung mehr als wert ist.++

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