Story Time #2

Schwarz Weiß, Altes Telefon mit Drehscheibe

Vielleicht wartet der ein oder andere von euch schon darauf, dass sich in dieser Kategorie endlich mal was tut. Tatsächlich will ich schon seit Tagen loslegen, habe bereits an einer kleiner Vorgeschichte bezüglich der Erkrankung meiner Mutter und unserer gemeinsamen Vergangenheit gearbeitet und hatte dann aber doch etwas Gewissensbisse. Zwar werde ich hier keine Bilder von ihr posten oder ihren Namen angeben, dennoch ist sie eine eigenständige Person, die verdient, dass man sie und ihre Gefühle und besonders ihre Krankheit mit Respekt behandelt.

Also habe ich kurzer Hand zum Hörer gegriffen, um meine Mutter anzurufen und ihr von meinem Vorhaben zu erzählen. Und das mit dem Risiko, dass sie es am Ende gar nicht cool findet und ich die ganze Sache lieber sein lasse.

Ihre Reaktion hat mich gleichermaßen verblüfft und berührt: Als ich ihr, wie auch in einem früheren Eintrag beschrieben, erzählt habe, welche Intention ich mit diesem Blog verfolge, hat sie sich alles in Ruhe angehört, eine Weile innegehalten und schließlich gesagt, dass sie es mutig findet und gut. Dass sie das Konzept eines Blogs kennt und das Ganze eine gute Sache findet. Dass man früher ja gar nicht die Möglichkeiten hatte, im Internet Gleichgesinnte oder Interessierte zu finden und damit so einen weitreichenden Austausch zu führen.

Sie hat zwar nicht das technische Equipment, könnte sich aber vorstellen auch mal etwas zu schreiben, was ich hier mit euch teilen kann, damit ihre Stimme auch Gehör findet und ihre Perspektive besser nachvollzogen werden kann. Und darüber freue ich mich ehrlich gesagt sehr!

Ich habe ihr direkt nach dem Telefonat den Link zum Blog geschickt, damit sie selbst mal etwas stöbern kann. Ich weiß nicht, was und wie viel sie gelesen hat, da sie technisch leider nicht so bewandert ist, aber danach kam folgender Satz per Sms:

„Das sieht total cool aus…. Gutes Gelingen mit dem Blog. Ich finde die Sachen gut.“

Wow. Ich war sprachlos und berührt. Irgendwie war ich auch stolz auf sie. Und ich hatte ein richtig gutes Gefühl. Wer weiß, wohin uns dieses Projekt führt und was es für uns bereit hält. Ich habe mich an diesem Abend meiner Mutter so nah gefühlt wie schon lange nicht mehr, einfach verbunden, und ich hatte das Gefühl, dass schon dieser erste Schritt etwas heilsames in sich hatte.++

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