Immer wieder probieren

Silhouette eines Mannes mit Koffer in der Hand der über eine Schlucht vom einen Gipfel zum anderen springt
Bild von Tumisu auf Pixabay

Als Mama habe ich oft das Gefühl, das Leben meines Kindes besteht aus Phasen. Das können deutlich spürbare Phasen sein, in denen beispielsweise die Zähne kommen oder Wachstumsschübe anstehen, aber auch kaum merkliche Phasen, in denen das Baby sich auf einmal ständig verschluckt, wenn es an der Brust trinkt, in denen es von heute auf morgen keinen Brei mehr mag oder plötzlich nicht mehr im Kinderwagen schlafen möchte, obwohl all diese Dinge vorher nie ein Problem waren.

Zu letzteren Phasen habe ich folgende Erfahrung gemacht: Besonders wenn das Baby seinen Unmut schreiend äußert neigen wir als Eltern/Erziehungsberechtigte gern dazu, diese Konfliktsituationen vermeiden zu wollen. Im Hinblick auf oben genannte Beispiele könnte sich das dann so äußern: Wir vermeiden den Brei und versuchen das Baby irgendwie mit der ersten festen Nahrung durchzubringen, was besonders am Anfang kaum gelingen dürfte, und lassen den Kinderwagen lieber stehen, probieren es mit der Trage oder gehen erst gar nicht raus.

Und genau das ist das Problem. Wir tun uns und unserem Nachwuchs langfristig keinen Gefallen, wenn wir dem Problem schlicht aus dem Weg gehen. Stattdessen kann es hilfreich sein, um wieder die obigen Beispiele aufzugreifen, beim Brei einmal eine andere Sorte zu probieren und nach ein paar Tagen wieder auf das Alt-Bekannte zurückzugreifen, vielleicht ist auch die Temperatur das Problem, manchmal, wenn neue Zähne kommen, können Babys sehr temperaturempfindlich sein und mögen den Brei lieber kalt.

Auch das Kinderwagen-Beispiel habe ich im Alltag selbst erlebt: Schlafen im Kinderwagen war nie ein Problem. Im Gegenteil, darauf konnte ich eigentlich immer zählen. Als der Mole dann seinen Kopf immer besser heben konnte, wir aber noch nicht auf den Sportaufsatz umgestiegen waren, hat er ganz oft den Kopf gehoben (als würde er Sit Ups machen) und gemeckert, weil er so neugierig war aber nicht genug sehen konnte. Ich habe dann tatsächlich einige Tage den Wagen stehen lassen und bin auf die Trage umgestiegen, was aber ganz schön auf den Rücken ging. Und dann dachte ich „der Kleine war immer gerne im Kinderwagen, warum sollte er das auf einmal nicht mehr wollen“ und habe den Kinderwagen wieder in Gebrauch genommen. Erstmal für kleinere Runden, und schließlich wieder für die übliche Morgenrunde. Natürlich gab es erstmal weiterhin Gemecker, aber nach zwei Wochen war der Drops gelutscht und schlafen im Kinderwagen war kein Problem mehr.

Fazit: Es lohnt sich dran zu bleiben und Dinge immer wieder zu probieren. Egal ob es sich um unbekannte Nahrungsmittel handelt, um neue Routinen die etabliert werden sollen, um alte Gewohnheiten, die sich scheinbar plötzlich verändert haben: Der Mensch lernt durch Wiederholen, und das Baby eben auch. ++

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