So werden die Nächte bald entspannter!

Babyfüße, die unter einer Decke hervorschauen
Photo by Kristina Paukshtite on Pexels.com

Vielleicht habt ihr schon gemerkt, dass ich mich gerade intensiv mit dem Thema Schlaf beschäftige? Und zwar in alle Richtungen: Wie lange sollen wir schlafen? Welche positiven Auswirkungen bringt Schlaf? Nimmt Schlaf Einfluss darauf, wie ich Dinge lerne? Welche Rolle spielen spätes Essen oder Handy-/Fernseher- und Computerbildschirme im Zusammenhang mit meinem Schlaf? Und natürlich fragt sich die Mama in mir: Wie kriege ich mein Kind dazu, besser ein- und vor allem durchzuschlafen?!

Schlafgewohnheiten

Der Mole ist jetzt schon ein Jahr alt. Ich habe ja schon hin und wieder mal über seine Schlafgewohnheiten berichtet. Im Großen und Ganzen hat er das eigentlich von Anfang an recht gut gemacht. Er war die ersten Monate ein- bis zweimal die Nacht wach und hat auch hier und da schon mal eine Nacht durchgeschlafen.

Und dann kam eine Phase, in der ein Wachstumsschub den nächsten jagte, Zähne kamen, eine Mandelentzündung, mehr Zähne und die Nächte wurden unruhiger. Auch hatte er recht am Anfang dieser Phase gelernt, zu stehen und sich dementsprechend auch an Gegenständen hochzuziehen, so auch in seinem Bettchen.

Nicht nur die Nächte wurden also unruhiger, sondern auch das Einschlafen anstrengender. Denn jetzt, wo der Mole sich hochziehen konnte, tat er dies, sobald wir ihn in sein Bett steckten. Beim Versuch das Zimmer zu verlassen, hat er dann oft geweint und ist müde in seinem Bett herumgestolpert.

Aus Sorge er könnte hinfallen und sich den Kopf am Gitter stoßen, holten wir ihn dann doch meist nach ein paar Minuten wieder raus. Dann haben wir so einiges probiert. Zuerst haben wir die Schlafenszeit etwas nach hinten verschoben, in der Hoffnung, dass er einfach richtig müde ist und quasi von selbst ins Bett möchte.

Das hat auch eine Weile ganz gut geklappt (wie du hier lesen kannst), wurde dann aber wieder etwas schlechter. Also habe ich mich mit ihm in unser Bett gelegt, ihn dort gestillt und wenn er dabei nicht eingeschlafen ist, haben wir ihn abwechselnd im Zimmer herumgetragen, bis er eingeschlafen war. Das ging mal besser, mal schlechter und vor allem ganz schön in die Arme.

Schlafgewohnheiten ändern

Das lief dann ein paar Monate und schließlich hatten wir einfach keine Lust mehr. Das Stillen zum Einschlafen ist mehr Gewohnheit als Durstlöscher geworden und hat eigentlich gar nichts mehr gebracht. Und das Herumtragen hat manchmal ewig gedauert. Wir haben also kurzer Hand beschlossen: Es muss was passieren!!!

Wir wollten zwei Sachen erreichen:

  1. Der Mole soll sich daran gewöhnen, alleine in seinem Bett einzuschlafen, d.h. ohne stillen, tragen, wiegen etc.
  2. Er soll verstehen und akzeptieren, dass Mama und Papa irgendwann aus dem Zimmer gehen und es okay ist, dass er alleine ist.

Zeitgleich hatte ich auch in einem Buch gelesen, dass mann die Kinder noch wach ins Bett legen solle, damit sie lernen, alleine einzuschlafen (dazu schreibe ich hier auf englisch). Wir waren hochmotiviert!

Am ersten Abend hatte ich den Mole schon direkt nach dem Abendessen gestillt, um uns beiden den Schlummertrunk vor dem Einschlafen vorwegzunehmen. Um kurz vor acht sind wir dann alle zusammen in unser Schlafzimmer gegangen, ich habe dem Mole Gute Nacht gesagt und bin aus dem Zimmer gegangen.

Mein Mann hat dann noch eine Weile mit dem kleinen Mann gespielt und ihn dann in sein Bett gelegt, was natürlich erstmal Theater gab. Nach ca. 10 (langen) Minuten hat er ihn dann doch nochmal auf den Arm genommen, woraufhin der Mole direkt in den Armen seines Papas eingeschlafen ist.

Schon am dritten Tag hat der Mole deutlich weniger gemeckert und musste nicht nochmal aus seinem Bettchen geholt werden, dennoch war mein Mann die ganze Zeit mit im Zimmer, bis der Kleine eingeschlafen war. Nochmal ein paar Tage später konnte mein Mann das Zimmer schon verlassen, noch bevor der Mole eingeschlafen war.

Von Tag zu Tag besser

Dann haben wir irgendwann das Spielen sein gelassen und den Mole direkt in sein Bett gelegt. Auch haben wir die Zeiten verkürzt, die mein Mann noch mit dem Mole im Zimmer geblieben ist. Bereits nach einer Woche konnte mein Mann schon nach zwei Minuten wieder aus dem Zimmer gehen, ohne dass es auch nur ein kleines bisschen Widerstand gegeben hätte.

Am 9. Abend unseres Schlaftrainings konnte er direkt wieder aus dem Zimmer gehen, nachdem er den Mole hingelegt hatte. In der gleichen Nacht hat der Mole das erste Mal seit Ende August wieder eine Nacht (11 Stunden am Stück) durchgeschlafen. Wir sind völlig baff, stolz auf den Kleinen und ärgern uns gleichzeitig, dass wir das nicht vor Wochen schon, oder am besten direkt von Anfang an, probiert haben.

Hängen einschlafen und durchschlafen zusammen?

Nach diesem schnellen Erfolg kam uns direkt folgende Frage in den Sinn: Hat er jetzt durchgeschlafen, weil er gelernt hat ganz alleine einzuschlafen?

Wir werden sehen, wie die nächsten Nächte laufen, aber eines habe ich schon vom ersten Tag des Schlaftrainings an gemerkt: Wenn ich ihn nicht zum Einschlafen stille, trinkt er auch nachts deutlich weniger hastig oder verlangt sogar gar nicht nach der Brust. Meine Vermutung ist, dass einschlafen und stillen bei meinem Sohn unmittelbar miteinander verknüpft waren, weshalb er auch in der Nacht an diesem Ritual festhalten musste.

Als die Umgewöhnung stattfand, brauchte er auch nachts den Schlummertrunk nicht mehr zum Wiedereinschlafen. Und jetzt, nach nur neun Tagen, wo er gelernt hat, ohne Mama, ohne Papa, ohne wiegen, tragen oder trinken einzuschlafen, funktioniert dieser Mechanismus auch nachts. Und mit dem Abstillen wird es jetzt wohl auch nicht mehr lange dauern.

Auch der Mittagsschlaf wird besser

Parallel zu unserem abendlichen Einschlaftraining lief auch das Einschlafen zum Mittagsschlaf besser. Vor dem Training hatte ich ihn immer mit ein paar Spielsachen in sein Bett gesetzt und mich dann leise rausgeschlichen. Manchmal hat er noch ein Weilchen gejammert, bis er dann beim Spielen eingeschlafen ist.

Gestern bin ich noch eine Minute mit ihm im Zimmer geblieben, bis er sich dann im Bett von selbst hingelegt hat und es okay war, dass ich rausgegangen bin. Heute hat er sich direkt hingelegt, als ich ihm den Schafsack angezogen hatte und ich konnte ohne Murren das Zimmer verlassen.

Ein letzter Tipp

An Tag vier oder fünf unserer neuen Routine habe ich den Mole ins Bett gebracht, weil mein Mann abends nicht da war. Da ging leider sofort der Alarm los. Vielleicht lag es daran, dass er bei mir im Moment generell etwas anhänglicher ist, vielleicht hat es ihn aber auch verwirrt, weil die Nächte davor immer der Papa da war.

Deshalb zum Schluss der folgende Tipp: Wenn Schlaf bei euch auch so ein großes Thema ist, und ihr es mal mit dem Einschlaftraining probieren wollt, dann würde ich empfehlen, dass das Baby/Kleinkind immer von der gleichen Person ins Bett gebracht wird, bis die neue Routine erlernt ist. Danach sollte es hoffentlich kein Problem mehr sein, wenn eine andere Vertrauensperson diesen Part übernimmt.

Ich bin wirklich gespannt, welche Erfahrungen ihr damit macht. Habt ihr noch ganz andere Tipps uns Rituale?

Auf ein Ende der schlaflosen Nächte.++

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