7 Wochen ohne…!

Gesunde Bowls mit Koriander, Avocado und Reis
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Heute beginnt die Fastenzeit. Viele nutzen diese Gelegenheit und verzichten in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern auf Süßigkeiten oder Alkohol. Ich werde mich in den nächsten sieben Wochen vegan ernähren und bin gespannt wie das funktionieren wird.

Fastenzeit – Herkunft und Zählweise(n)

Die Fastenzeit kommt ursprünglich aus dem christlichen Kontext und beschreibt den vierzigtägigen Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf Ostern. Im Protestantismus ist auch oft die Rede von der Passionszeit.

Wahrscheinlich hast du schon oft die Redewendung sieben Wochen ohne oder 40 Tage ohne gehört. Dabei ist vierzig eine biblische Zahl und die vierzig Tage sind eher symbolisch gemeint. Tatsächlich hat es im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Zählweisen bezüglich der Dauer der Fastenzeit gegeben:

  1. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts hat das Fasten vermutlich am 6. Sonntag vor Ostern begonnen und genau 40 Tage später geendet, also an Gründonnerstag.
  2. Ab dem 5. Jahrhundert wurden die Sonntage vom Fasten ausgenommen, also sozusagen zu cheat days ernannt. Damit schlussendlich aber doch 40 Tage gefastet wurde, begann die Fastenzeit schon am Aschermittwoch und wurde pünktlich zum Ostersonntag beendet.
  3. Nach einer weiteren Zählweise startet die Fastenzeit ebenfalls am Aschermittwoch und endet schon am Palmsonntag, also genau eine Woche vor Ostersonntag. Die Sonntage sind dann wieder in die Fastenzeit inkludiert. Die noch verbleibende Woche bis Ostern ist die heilige Woche und wird als gesonderter Zeitraum betrachtet.
  4. Ich persönlich faste von Aschermittwoch bis einschließlich Ostersamstag. Ab Ostersonntag ist die Fastenzeit für mich vorbei. Sonntage werden NICHT ausgenommen. Somit beträgt die Fastenzeit in meinem Fall 46 Tage.

Fasten und fasten

Das Fasten, welches die Fastenzeit seit ihrem Ursprung geprägt haben dürfte, bezieht sich auf den Verzicht bzw. teilweise Verzicht von Nahrung. Fasten und Beten sollte Besinnung bringen auf den eigenen Glauben und Gott. Heutzutage meint die Fastenzeit selten eine Zeit des Verzichts auf Nahrung. Stattdessen wird alles Mögliche gefastet mit dem Ziel, zur Ruhe zu kommen, intensive Zeitfresser temporär zu verbannen, zu entschlacken, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und und und…

Fasten in der Fastenzeit ist wieder richtig beliebt. Die einen fasten bewusst, um sich – ganz getreu der Ursprungsidee – auf ihren Glauben und Gott zu konzentrieren, die anderen fasten ebenso bewusst, um Gewohnheiten mit Abhängigkeitspotential den Kampf anzusagen und so das eigene Wohlbefinden zu steigern.

Und was fastest du?

Gehörst du zu den Leuten, die jedes Jahr fasten? Oder probierst du es vielleicht in diesem Jahr zum ersten Mal aus? Oder konntest du mit dem Konzept noch nie so richtig etwas anfangen?

Falls du dich last minute noch schnell zum Fasten entscheidest und die zündende Idee fehlt, hier mal ein paar Vorschläge:

  • Süßigkeiten
  • Alkohol
  • Serien
  • Netflix
  • Social Media (vielleicht hilft es auch, nicht komplett zu verzichten sondern sich ein zeitliches Limit zu setzen und die gewonnene Zeit bewusst in Sport, Hobbys und das eigene Wohlbefinden zu investieren)
  • Smartphone (siehe Social Media 😉 )
  • Kaffee
  • salzige Snacks wie Chips, Cracker, Salzstangen und Co.
  • Eis
  • Tierprodukte
  • Fleisch
  • Süße Getränke
  • Online-Bestellungen
  • Take-Out Food
  • Computerspiele

Da der Lockdown ja auch noch ein Weilchen anhalten wird, ist die Gelegenheit durchaus günstig, mal auf Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol etc. zu verzichten, da die Versuchungen aufgrund von fehlenden social Events und der geschlossenen Gastronomie deutlich seltener sein dürften. Wenn es nicht der gänzliche Verzicht sein soll, wäre es auch eine Idee, in der Fastenzeit bewusster auf bestimmte Dinge zu achten z.B.

  • weniger Plastik verbrauchen
  • Obst und Gemüse bewusster einkaufen z.B. auf dem Wochenmarkt
  • weniger Fleisch essen
  • weniger Zeit vor technischen Geräten verbringen
  • mehr rausgehen
  • mehr Sport machen
  • bewusster und guten Kaffee trinken/Schokolade essen
  • weniger Auto und dafür mehr Fahrrad fahren
  • häufiger lesen
  • bewusst neue und wohltuende Gewohnheiten einführen

Da kann es auch helfen, sich Erinnerungen zu schreiben oder bei zeitlichen Limits einen Wecker zu stellen.

Und was faste ich?

Wie gesagt habe ich mir diese Fastenzeit vorgenommen, mich sieben Wochen vegan zu ernähren. Die Idee ist schon vor Monaten im Gespräch mit einem meiner Lieblingsmenschen entstanden. Deshalb fasten wir auch gemeinsam, was ich übrigens wärmstens empfehlen kann. Such dir einen Fasten-Buddy. Das macht das Durchhalten so viel leichter, bilde ich mir zu mindestens ein. Denn man will sich ja nicht vor dem anderen die Blöße geben, dass man schon an Tag drei der Versuchung erlegen ist. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig ermutigen, in unserem Fall Rezepte austauschen, vegane Produkte empfehlen und euch gemeinsam auf die Zeit vorbereiten. Das spornt richtig an. Ich kann es kaum erwarten loszulegen.

Und natürlich bin ich auch einfach gespannt. Der ein oder andere Geburtstag im engen Familienkreis steht an und natürlich möchte ich unbedingt vermeiden, dass jemand aufgrund meiner temporären Ernährungsweise (riesen) Umstände hat oder sich in Unkosten stürzt. Vielleicht werde ich deshalb hier und da eine Ausnahme machen. Aber an sich bin ich wild entschlossen und vorbereitet: Das vegane Bananenbrot ist schon scheibchenweise eingefroren, die letzten Milchprodukte habe ich aufgegessen und die ersten Rezepte warten darauf, ausprobiert zu werden. +++

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