KiTa Start – Ja, Nein, Vielleicht?

Wachsmalstifte im Glas bene einer malenden Kinderhand
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Anfang des Jahres bekamen wir völlig unerwartet einen Anruf von einer der KiTas, auf dessen Warteliste ich den Mole gesetzt hatte. Ich hatte ihn für Oktober 2021 angemeldet, damit ich im November wieder arbeiten kann. Jetzt kommt also dieser Anruf mit folgendem Anliegen: Sie hätten einen Platz ab März 2021, den wir haben könnten. Falls wir diesen nicht nähmen, hätten wir leider nicht die Garantie, dass es dann im Oktober wieder passt. Ob ich mir also vorstellen könnte, meinen Sohn schon früher in die KiTa zu schicken!?

KiTa – Ja oder Nein?

Whaaaaaaat?! Ich war total überrumpelt. Ich hatte ihn im November erst angemeldet und man hört doch immer die Horror-Stories, dass werdende Mamas schon mit ihrem Mutterpass zu sämtlichen KiTas rennen, obwohl der Sprössling noch nicht mal die Hälfte der Zeit im Bauch hinter sich gebracht hat, um für den Nachwuchs einen KiTa-Platz zu ergattern. Wie kann es da denn sein, das uns sieben Monate vor unserem Wunsch-Start ein Platz angeboten wird? In meinem Kopf ging ein Gedanken-Ping Pong los.

Eigentlich fand ich Oktober schon früh, aber März?! Ist er dem schon gewachsen? Er kann ja noch nicht mal sprechen. Kommt er schon ohne mich klar? Komme ich schon ohne ihn klar? Andererseits hat er schon früh angefangen zu laufen und ist total gerne in Gesellschaft anderer Kinder und Erwachsener. Zu Hause wird ihm auch langsam ein bisschen langweilig. Vielleicht würde ihm die Abwechslung auch gut tun? Ich bedanke mich also für das Angebot mit der Bitte, nochmal eine Nacht drüber schlafen zu dürfen.

Mit dem Lieblings-Mann gehe ich dann auch nochmal für und wider durch und wir entscheiden uns schließlich, es ab März zu probieren. Den halben Tag. Den Mittagsschlaf kann er zu Hause machen (bzw. falls wir nach einiger Zeit merken, dass er gerne dort schlafen möchte, ist das auch in Ordnung). Und nachmittags haben wir dann noch genug Zeit für gemeinsame Unternehmungen, können hoffentlich bald wieder ins Schwimmbad gehen und andere Kinder und Eltern treffen. Das ist doch ein guter Kompromiss.

Eingewöhnung und Möglichkeiten

Mittlerweile ist der März schon gut vorangeschritten. Die Eingewöhnung hat begonnen, die erste Krankheitswelle haben wir auch schon mitgenommen, weshalb wir nach der ersten Woche direkt mal eine Woche ausgesetzt haben. Alles in allem bin ich ganz zufrieden. Natürlich gibt es Dinge, die ich dort sehe, die ich vielleicht anders machen würde, aber ich sehe auch, dass der Mole dort Möglichkeiten hat, die ich ihm zu Hause nicht bieten kann: Den Austausch mit so vielen anderen Kindern, einen Bewegungsflur mit allen möglichen Spielgeräten, Bobby-Cars, Hüpfpferde, draussen gibt es einen Spielbereich sowie einen Garten. Im Frühjahr werden Blümchen und Kresse gepflanzt. Beim Essen und Trinken haben die Kleinen alle Freiheiten sich einzusauen und nass zu machen. Dafür habe ich zu Hause nicht die Energie. Es gibt Farbentage, zuckerfreie Vormittage und Waldtage. Jeden Tag wird frisch gekocht und einmal die Woche kommt eine Musiklehrerin.

Und dem Mole scheint es wirklich zu gefallen. Er mag die große Holzkugelbahn, die Magnetstangen, die Dinosaurier und die großen Bauklötze. Aber wie erwartet genießt er besonders die Gesellschaft der anderen Kinder. Da kann er sich einfach so mitten im Getümmel treiben lassen und dabei sein. Und gaaaanz viel beobachten. Das mag er gern.

Wie geht es Mama damit?

Wie geht es mir nun damit? Nun ja…Ganz zu Anfang war ich eher beunruhigt. Ein Kind, das vom Alter her näher an einem als an zwei Jahren dran ist, schon in die KiTa zu schicken, zumal ich ja eh noch zu Hause bin. Da war ich mir ziemlich unsicher. Im Laufe der Wochen habe ich den KiTa Start dann allerdings regelrecht herbeigesehnt, weil unsere Möglichkeiten, während Corona andere Kinder zu treffen, doch sehr begrenzt waren und ich wirklich das Gefühl hatte, dass der Mole absolut bereit ist für seine Altersgenossen. Und zugegebenermaßen bin ich auch einfach an die Grenzen meiner Möglichkeiten gekommen.

Denn auch für einen Einjährigen ist es einfach langweilig, bei schlechtem Wetter und kurzzeitiger Eiszeit nur mit Mama zu Hause zu sitzen. Da helfen auch die tollsten und unzählige Spielsachen nichts mehr. Wir gehen zwar je nach Wetter fast täglich raus, vor allem seit der Mole so gerne draußen rumläuft und erkundet, aber auch das führt zu Frustration und birgt Konfliktpotential: Wenn der kleine Entdecker seinem eigenen Kopf folgt, statt dem Weg, wenn jedes Steinchen aufgehoben und vielleicht auch probiert werden muss, wenn er auf Feldern flitzt, auf denen er nicht flitzen sollte, wenn er sich auf einmal umdreht und in die entgegengesetzte Richtung möchte… Da artet ein kleiner Spaziergang manchmal in einen dreistündigen Aufenthalt an der frischen Luft aus, nach dem wir beide fix und fertig zu Hause ankommen. Ach jaaa, wenn man ja nur Freunde oder anderem Mamas und Kindern treffen dürfte. Da ist doch die KiTa doch schonmal ein guter Ansatzpunkt.

Vorbereitung auf das Leben

Deshalb hatte ich bis zum Beginn der Eingewöhnung dann echt ein ganz gutes Gefühl und habe mich auch für meinen Sprössling gefreut, dass er diese neue Erfahrung sammeln darf. Und trotzdem gibt es natürlich Momente, in denen ich mich ärgere, dass keiner die Rotznasen der anderen Kinder sauber macht, dass ich mein Kind doch gerade aufgrund einer Rotznase eine Woche zu Hause gelassen habe, während andere Eltern das offensichtlich gar nicht zu stören scheint, sie ihr Kind sogar mit Fieber in die KiTa bringen. Momente, in denen mich der Gedanke schmerzt, dass ihm jemand sein Spielzeug wegnehmen, ihn schubsen oder ihm wehtuen könnte. Dass er sich vielleicht nicht durchsetzen kann, dass er seine Gefühle noch nicht äußern kann, dass er nicht gesehen wird, dass er bei seinen ständigen Kletterversuchen hinfällt.

Aber diesen „Gefahren“ wird er in seinem Leben noch oft ausgesetzt sein, und er wird irgendwann ohnehin lernen müssen, damit umzugehen. Warum nicht schon jetzt?! Wir bringen ihn also nach der Eingewöhnung von acht bis 12 Uhr in die KiTa und werden sehen wie das läuft. Ganz zur Not kann ich ihn wieder abmelden oder ihn einfach mal eine Woche zu Hause behalten, wenn ich das Gefühl habe, dass es ihm dort nicht gut geht. Einmal mehr muss ich den Kleinen loslassen, auch wenn es schwer fällt. Also auch für mich eine ganz gute Übung.+++

Ist KiTa auch gerade Thema bei dir? Hast du (gute oder auch schlechte) Erfahrungen mit der KiTa gesammelt? Ich bin total gespannt auf deine Erfahrungen, Sorgen, Bedenken, Erfolgserlebnisse… 🙂

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