Worauf ich beim nächsten Urlaub mit Kleinkind unbedingt achten würde

Gelber Spielzeugbus mit Koffern obendrauf
Photo by Nubia Navarro (nubikini) on Pexels.com

Ich habe es im letzten Beitrag schon kurz angedeutet: Wir waren im langersehnten Familienurlaub. Schon Wochen vorher hatten wir eine Ferienwohnung im Schwarzwald gebucht. Trotz Corona und der erhöhten Nachfrage an Unterkünften im eigenen Land hatten wir recht schnell und unkompliziert unser Feriendomizil buchen können.

Yay! Die Kommunikation mit den Vermietern war super nett, der Preis okay, und Fahrzeit knapp unter zwei Stunden. Eine Wohnung in einem kleinen Örtchen, umgeben von herrlicher Natur. Wir konnten es wirklich kaum erwarten.

Ich malte mir aus, wie wir die Abende zusammen verbringen würden, entspannt auf dem Balkon oder gemütlich auf dem Sofa, während der Nachwuchs schon friedlich schlummerte. Ich wollte endlich mal wieder ausgiebig lesen und vielleicht hier und da etwas schreiben.

Tja, Pustekuchen.

Nach recht entspannter Anreise und der herzlichen Begrüßung durch unsere wirklich netten Vermieter schlich sich unsere Urlaubsillusion heimlich davon.

Die Wohnung war zwar gut ausgestattet, sauber und geräumig, aber aufgrund des schlechten Wetters der Vorwoche deutlich runtergekühlt.

Im Normalfall freut man sich ja eigentlich, wenn es draußen an die 30 Grad sind und man dann in eine kühle Wohnung kommt.

Da wir uns jedoch beim Packen auf den Wetterbericht verlassen hatten, und dementsprechend in erster Linie für warme Tage gepackt hatten, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen.

Tagsüber konnten wir uns ja noch in ein paar Wolldecken einmummeln, was aber, wenn der Nachwuchs noch im Schlafsack schläft und man für die warmen Tage nur die dünne Sommervariante dabei hat?

Ähnlich war es mit dem Schlafanzug.

Probieren wir es also mit einer Decke oder ziehen wir los und kaufen warme Sachen (von denen wir ja zu Hause mehr als genug haben…)? Wir entschieden uns für letzteres…

Problem gelöst.

Nachdem die Kleiderfrage also geklärt war, stellten wir fest, dass das Bett, das wir für den Mole zur Verfügung hatten, niedriger war, als das, welches wir zu Hause haben.

An sich ist das kein großes Problem. Im Urlaub war es das leider doch.

Zu Hause legen wir den Mole ins Bett, sagen „Gute Nacht“ und verlassen das Zimmer. Manchmal motzt er noch ein wenig, meistens jedoch schläft er ohne Protest ein.

Im Urlaub ging das gar nicht. Wir vermuten, dass es an der fremden Umgebung lag, aber er wollte uns einfach nicht aus dem Zimmer lassen, stand schreiend im Bett, über dessen Gitter er sich mit viel Schwung drüber schwingen konnte.

Deshalb ist einer von uns immer mit ihm im Raum geblieben, bis er eingeschlafen war. Während er normalerweise um 20Uhr im Bett liegt, war es im Urlaub meistens 21:30/22Uhr.

Bis es endlich so weit war, waren wir selbst auch so platt, dass wir kurze Zeit später selbst ins Bett sind. Die langersehnte Erholung und gemütlichen Abende waren folglich entweder sehr kurz oder blieben gänzlich aus.

Unser nächstes Dilemma hatte viele dünne Beinchen und versteckte sich tagsüber in dunklen Ritzen und Ecken und kam nur im Dunkeln oder direkt am Morgen zum Vorschein: Der Spinnenläufer.

Ich weiß nicht, ob du so ein Tierchen schonmal gesehen hast?! Ich bis dahin noch nicht.

Eigentlich stören wir uns nicht sonderlich an den krabbelnden Gefährten, aber diese Viecher, die einfach so aus dem Nichts auftauchen, waren uns dann mit Kleinkind irgendwie doch nicht so geheuer. Und wir fanden sie auch einfach nicht so schön anzusehen.

Wahrscheinlich waren wir auch einfach genervt, dass wir einmal am Tag mit der Präsenz eines solchen Tierchens konfrontiert wurden und fanden es am Ende einfach nicht mehr witzig.

Ein weiterer Punkt sind die Spielsachen, die man für die kleinsten Urlauber einpackt.

Obwohl in der Ferienwohnung viele Spielsachen zur Verfügung standen, und wir versucht haben, die wichtigsten und begehrtesten Teile mitzunehmen, war es natürlich doch nur ein Bruchteil von dem, was wir zu Hause haben.

Obwohl wir große Fans von „weniger ist mehr“ sind, ist es mit Kleinkind manchmal doch ganz schön, man hat die komplette Kiste mit Eisenbahn-Schienen, Zügen und Zubehör statt nur einen kleinen Beutel voll.

Für draußen hatten wir extra das BobbyCar mitgebracht. Auch die Vermieter hatten uns noch einige Fahrzeuge zum Spielen bereitgestellt.

Leider war das Grundstück unseres Feriendomizils jedoch ein Eckgrundstück und der Hof leicht abschüssig und im leichten Bogen ums Haus herum. Oberhalb und unterhalb des Grundstücks war die Straße und der Übergang von Hof zu Straße auf beiden Seiten offen.

Für ein Kind, das gerade erst lernt mit dem BobbyCar umzugehen, war das dann irgendwie nicht so ganz optimal.

Also haben wir viele Ausflüge gemacht. Haben Spielplätze abgeklappert und waren die letzten Tage des Urlaubs dann noch viel im Wald spazieren.

Obwohl also so viele Sachen wirklich toll waren – nette Vermieter, saubere, gut ausgestatte Wohnung, Hof, kleiner Garten, Natur und Ruhe – hing es letztlich an ein paar Kleinigkeiten, die uns den Urlaub aber doch irgendwie etwas vermiest haben und uns tatsächlich von jeglicher Erholung abgehalten haben.

Wenn ich nach dieser Erfahrung die Möglichkeit hätte, meinen Urlaub nochmal zu verbringen, würde ich ein paar Dinge anders machen.

Dazu wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass unser Sohn ein sehr aufgewecktes Kerlchen ist, neugierig und voller Tatendrang. Er kennt quasi keine Angst und ist gerne bereit Risiken einzugehen, die er nicht einschätzen kann.

Hier also eine Liste mit Dingen, auf die ich beim nächsten Urlaub auf JEDEN FALL achtenwürde:

  1. Muss ich wirklich wegfahren? Ist es nicht vielleicht eine gute Alternative zu Hause zu bleiben, wo ich für mein Kind alles habe was es braucht und wo es in seiner gewohnten Umgebung schlafen kann, und Tagesausflüge zu machen? Es gibt ja doch so oft nahgelegene Tagesausflugsziele, die man noch gar nicht kennt…
  2. Wäre vielleicht Urlaub in einer Ferienanlage etwas für uns, wo wir täglich Zugang zu einem Badeparadies haben, das für Kinder ausgelegt ist und wo die kleinen sich austoben können?
  3. Wäre es vielleicht entspannter, eine Unterkunft mit Halbpension zu buchen, damit wir uns nicht noch um Verpflegung und Abwasch kümmern müssen, wenn wir vielleicht doch alle etwas erschöpfter sind, als im Vorfeld erwartet?
  4. Haben wir Freunde mit Kindern im Alter unserer Kinder, mit denen wir gemeinsam Urlaub machen können? Dann wird besonders auch den kleinen Kindern vielleicht nicht so schnell langweilig und die Eltern können sich gegenseitig ein wenig mit den Kids entlasten.
  5. Wenn die Entscheidung auf eine Ferienwohnung fällt, würde ich in Zukunft darauf achten, eine Wohnung in einer oberen Etage zu mieten, die eben NICHT im Erdgeschoss liegt. Damit minimiert man vielleicht das Risiko sich die Wohnung mit Ungeziefer zu teilen. (Wen das nicht stört, der/die kann diesen Punkt beruhigt ignorieren).
  6. Im Vorfeld einige Sachen mit dem/der VermieterIn abklären: In welchem Stockwerk liegt die Wohnung? Ist die Wohnung eher kühl oder eher warm? Welche Ausstattung für (Klein-)Kinder ist vorhanden (ggf. Maße erfragen oder um Bilder bitten)? Ist das Grundstück eingezäunt? Liegt es an einer (vielbefahrenen) Straße?
    (Das erscheint vielleicht etwas übertrieben, aber lass mich dir nach unserer Urlaubserfahrung sagen: Es geht um DEINEN Urlaub. Du sollst dich erholen können und es dir gut gehen lassen. Wäre doch ärgerlich, wenn es am Ende an ein paar ungestellten Fragen scheitert).
  7. Egal was der Wetterbericht sagt: Für alle Eventualitäten und Wetterlagen gerüstet sein und sowohl Kleidung für warme als auch für kalte Tage einpacken – GENUG Kleidung!! (Und Schlafsäcke!)
  8. Badesachen einpacken, damit man zur Not einfach (immer) schwimmen gehen kann (sofern dein Nachwuchs gerne im Wasser ist).
  9. Evtl. ein eigenes Reisebett fürs Kind einpacken.
  10. Kuscheltier oder Spielzeug einpacken, dass das Einschlafen erleichtert.
  11. Zu guter Letzt würde ich tatsächlich empfehlen, sich gar nicht erst auf Erholung einzustellen, da es glaube ich mit Kleinkind im Urlaub einfach nicht so erholsam ist. Denn kleine Kinder kennen des Konzept Urlaub ja gar nicht. So anstrengend (oder weniger anstrengend) wie es zu Hause ist, wird es wahrscheinlich auch im Urlaub sein. Und das ist ja auch völlig in Ordnung. Man muss sich nur eben drauf einstellen.

Ich hoffe dieser Beitrag hilft dir bei deiner Urlaubsplanung mit den jüngsten Familienmitgliedern. Vielleicht hast du auch noch mehr Tipps und Ideen zu ergänzen, dann schreib sie doch einfach noch in die Kommentare.

Ansonsten bin ich gespannt auf Erfahrungsberichte und Urlaubsempfehlungen 🙂

Viel Spaß.+++

Ein Kommentar zu „Worauf ich beim nächsten Urlaub mit Kleinkind unbedingt achten würde

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