Wie Du auch mit Einwegwindeln ein bisschen nachhaltiger sein kannst

Korb mit frischen Einwegwindeln
Photo by RODNAE Productions on Pexels.com

Bevor der Mole auf die Welt kam, haben wir uns die Frage gestellt, welche Windeln wir benutzen möchten. Einweg- oder Stoffwindel? Obwohl es mittlerweile tolle Systeme für Stoffwindeln gibt, die die Handhabung wirklich leicht machen, und Stoffwindeln in Punkto Nachhaltigkeit natürlich unschlagbar sind, hatten wir einige Schlüsselmomente, die uns letztlich doch von der Einwegwindel überzeugt haben:

  1. Im Geburtsvorbereitungskurs haben wir einen bald dreifachen Vater kennengelernt. Seine Aussage zum Thema war: „Ich bin wirklich ein Öko, ich hab die Bahncard 100, aber Stoffwindeln, das tue ich mir nicht an. Ihr braucht ein Windelabo, einen Trockner und einen guten Windeleimer.“
  2. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit meiner Großmutter, die nur kopfschüttelnd abgewunken hat: „Wir haben damals die ganzen Stoffwindeln im Kessel abgekocht, das war eine Menge Arbeit. Und die Kinder hatten ständig einen wunden Popo. Ich wäre froh gewesen, ich hätte Wegwerfwindeln gehabt. Willst du das wirklich?“
  3. Auch im Gespräch mit einer lieben Freundin, die den Stoffwindeln eine Chance gegeben hatte, wurde mir schnell klar, dass ich vielleicht doch nicht bereit dafür bin: „Ständig hängen überall die nassen Lappen und Windeln…“

Der letzte Punkt war auch der, der mich am Meisten überzeugt hatte: Wir haben damals in einer 2-Zimmerwohnung mit weniger als 60qm gewohnt. Kein Platz für einen Trockner, kein Trockenraum im Haus und unser Sohn kam im tiefsten Winter auf die Welt. Wir wurden eh schon vor dem anfallenden Wäschebergen der ersten Wochen und Monate gewarnt. Wann und wo sollte ich da noch Stoffwindeln waschen und aufhängen?

Vor meinem geistigen Auge sah ich die ganze Wohnung mit Wäscheständern vollgestellt, auf denen Garnituren von Stoffwindeln hingen. Plus Babyklamotten und Spucktücher.

Das war wirklich keine Option!

Deshalb war uns, obwohl wir versuchen, nachhaltig(er) zu leben, schnell klar: Wir benutzen Wegwerfwindeln!

Nach vielem Ausprobieren habe ich eine Windel gefunden, die mich überzeugt, weil sie vergleichsweise dünn und trotzdem saugstark und auslaufsicher ist, weil sie preislich eine der günstigeren ist und ich mit ihr ein Produkt gefunden habe, womit ich ein bisschen nachhaltiger sein kann als mit anderen Windeln (ohne erheblich mehr Geld ausgeben zu müssen).

Wegwerfwindel und trotzdem nachhaltig? Geht das?

Natürlich ist die Einwegwindel an sich keine nachhaltige Lösung.

Doch auch, wenn man sich für Einwegwindeln entscheidet, kann man auf gewisse Dinge achten, die es dann doch ein bisschen nachhaltiger machen:

Ich kaufe Windeln, die ein Blauer Engel– Siegel aufgedruckt haben.

Laut dem Umweltbundesamt sind Windeln mit dem Blauer Engel-Siegel

  • ohne Parfum, Lotion und Naturlatex
  • Der Zellstoff muss zu 100 Prozent aus nachweislich nachhaltig und naturnah wirtschaftenden Betrieben stammen, z. B. FSC oder PEFC zertifiziert
  • schadstoffgeprüft

Ich kaufe meine Windeln in großen Packungen bzw. im Jumbo-Pack (im Gegensatz zu kleinen Packungen mit deutlich weniger Windeln), um den Verpackungsmüll etwas zu reduzieren.

Wir haben bis zur Beikost nur Waschläppchen und Wasser zum Wickeln benutzt, anstatt Feuchttücher. Als wir dann auf Feuchttücher umgestiegen sind, haben wir recht schnell die klimaneutrale Variante mit Wasser gekauft.

Dabei kann man noch versuchen darauf zu achten, dass die Feuchttücher im Doppel- oder Viererpack nicht komplett mit Plastik verpackt, sondern mit einem Klebeband zusammen gehalten werden.

Oder man kann die Feuchttücher ganz einfach selber machen, so wie hier.

Bei den Müllbeuteln für den Windeleimer achten wir darauf, Recycling bzw. Öko-Müllbeutel zu kaufen.

Ich recycle auch oft die Verpackung der Windeln und benutze diese als Müllbeutel für den Windel- oder Badmüll.

Wenn ich meinen Sohn unterwegs wickeln muss, verzichte ich auf den extra Mini-Müllbeutel, in den man die volle Windel reintun kann. Ich entsorge sie einfach direkt im nächstgelegenen Mülleimer.

Das erscheint vielleicht ein Tropfen auf den heißen Stein, läppert sich aber mit der Zeit. Allein in der letzten Woche habe ich auf diese Art und Weise vier der kleinen Müllbeutel eingespart. Wenn man das jetzt auf die ersten zwei bis drei Lebensjahre des Kindes hochrechnet, ist das doch eine ganze Menge Plastik, die man nicht gebraucht hat!

Wenn unterwegs beim Wickeln mal was daneben geht, und das Outfit gewechselt werden muss, kann man die dreckigen Klamotten in eine Wetbag packen. Die sind eigentlich für benutzte Stoffwindeln gedacht, können aber vielseitig verwendet werden.

Beherzigt man diese kleinen Hacks, kann man doch schon so einiges tun, um Plastik und Ressourcen zu sparen, trotz Einwegwindel.

Und DANN habe ich neulich in der Drogerie Windeln entdeckt, die in Papier eingepackt und mit dem Label „Klimaneutral“ versehen sind. Ich war ganz begeistert und habe direkt eine Packung mitgenommen.

Diese sogenannte Öko-Windeln, übrigens von der gleichen Marke, wie die Windeln, die ich normalerweise kaufe, sind also CO2-neutral, super-saugstark, in Größe 2 (3-6kg) bis Größe 6 (14-20kg) erhältlich, ohne Parfum, Lotion und Naturlatex. Der Zellstoff ist vollständig ungebleicht.

26 klimaneutrale Windeln in Größe XL kosten 5,79€ (22ct/Windel) im Gegensatz zu 64 „herkömmlichen“ Windeln für 9,75€ (15ct/Windel). Also preislich ist die Öko-Windel schon teurer, aber dafür eben auch umweltfreundlicher.

Wem dies auf Dauer zu teuer ist, der könnte überlegen, wenigstes gelegentlich mal die klimaneutrale Windel zu kaufen. Denn alles ist besser als nichts.

In jedem Fall würde ich – wenn möglich – immer eine Windel mit dem Blauer Engel-Siegel kaufen!

Noch besser wäre trotz wunder Popos und dem vergleichsweise hohen Wasserverbrauch des ständigen Waschens sicherlich doch die Stoffwindel. Vielleicht setze ich mich beim nächsten Kind nochmal damit auseinander.

Wer sich jetzt schon damit befassen möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag von Lilies Diary. Den habe ich damals in der Schwangerschaft gelesen und war hochmotiviert, bis mich das Platzproblem eingeholt hat.

Tatsächlich gibt es seit einiger Zeit auch eine faire Einweg-Windel, die fast zu 100% biologisch abbaubar ist. Allerdings ist sie mit ca. 60ct pro Windel auch eines der teuersten Produkte unter den Wegwerfwindeln. Wem es das wert ist, der findet hier direkt zur Homepage der wahrscheinlich nachhaltigsten Einwegwindel.

Viel Spaß beim Ausprobieren 🙂 …und beim Wickeln 😉

Welches sind deine Lieblingswindeln? Was sind deine Nachhaltigkeits-Hacks beim Thema Windeln und wickeln?

+++

2 Kommentare zu „Wie Du auch mit Einwegwindeln ein bisschen nachhaltiger sein kannst

  1. Ich frage mich woher das Gerücht kommt, dass man von Stoffwindeln einen wunden Po bekommt?? Ich hatte zwei Stoffwindelbabies und keines hatte Probleme mit einem wunden Po, außer, als wir im Sommer im Urlaub zur Not Ökowegwerfwindeln benutzt haben 🤔

    Und ja, das Waschen verbraucht Wasser, aber wieviel Wasser wird denn zur Herstellung einer Wegwerfwindel benötigt?

    Und ich versteh auch nicht, warum man ein Windelabo und einen Trockner braucht (die sind ganz schlecht für die Windeln als auch ökologisch gesehen). Wir hatten ca. 20 mitwachsende Windeln, in einem normalen Ikea Mistkübel auf der Terasse und alle 2-3Tage gewaschen. Ich versteh, dass das für viele ein Aufwand ist, den sie sich nicht antun wollen, aber die Waschmaschine wäscht ja selber ohne meine Hilfe 😉

    Ich finde es absolut legitim zu sagen, dass man sich für Wegwerfwindeln entschieden hat, nur die Beweggründe kann ich aus eigener Erfahrung nicht unterschreiben.

    Liebe Grüße
    Cao

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    1. Liebe Cao,

      wie schön, dass du mit den Stoffwindeln so gute Erfahrungen gemacht hast und so gut damit klar kommst. Die Erfahrungen zum Thema Stoffwindeln und wunde Popos kenne ich wie gesagt nur aus Erzählungen. Umso besser, dass deine Kids damit keine Probleme hatten.

      Liebe Grüße 🙂

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